Die Ultraschalluntersuchung

Sicher ist es für jede werdende Mutter ein besonderer Moment, Ihr Baby zum ersten Mal auf dem Ultraschallbildschirm zu sehen, auch wenn es anfangs noch winzig ist. Genauso spannend ist es sein Wachstum zu verfolgen. In den Richtlinien zur Mutterschaftsvorsorge sind dazu 3 sogenannte Screening- Ultraschalluntersuchungen vorgesehen.

Die erste derartige Untersuchung findet zwischen der 9. und 12. Schwangerschaftswoche statt. Hierbei wird festgestellt, ob die Größe des Babies der errechneten Schwangerschaftswoche entspricht, ebenso, ob es sich um ein Einzelkind oder vielleicht Mehrlinge handelt. Man kann im dritten Schwangerschaftsmonat schon sehr gut die Rumpf- und Kopfanlage erkennen, ebenso die Anlagen von Armen und Beinen. Auch Bewegungen können schon beobachtet werden.

Das zweite Ultraschallscreening erfolgt zwischen der 19. und 22. Schwangerschaftswoche. Bei dieser Untersuchung kann schon sehr viel mehr gesehen werden. Das Baby ist voll entwickelt, alle Körperteile können dargestellt werden.

Ausgemessen werden der Kopf, der Rumpf und der Oberschenkelknochen. Besonderer Wert wird auf die exakte Darstellung der Wirbelsäule gelegt. Diese sollte zu diesem Zeitpunkt der Schwangerschaft auf ganzer Länge geschlossen sein. Die vordere Bauchwand wird auch auf ihre Intaktheit geprüft. Arme und Beine können dargestellt werden, oft kann man auch Finger und Zehen erkennen. Bei günstiger Lage des Babies kann man das Gesicht im Profil und in der direkten Ansicht sehen.

Von den inneren Organen sind Herz, Magen und Harnblase besonders wichtig. Das Herz wird im Längsschnitt und im Querschnitt dargestellt. Der sogenannte „Vierkammerblick“ ist ein gutes Zeichen für ein gesundes Herz. Der Magen stellt sich im Ultraschall als echoarme, rundliche Struktur dar, sieht fast wie ein „Loch“ aus. Das bedeutet, dass der Magen mit Flüssigkeit gefüllt ist, in diesem Fall handelt es sich um Fruchtwasser. Auch das ist ein gutes Zeichen, denn es bedeutet, dass die Speiseröhre des Babies durchgängig ist. In gleicher Weise stellt sich auch die Harnblase alsflüssigkeitsgefülltes „Loch“ im Unterbauch des Babies dar. Dabei handelt es sich um Urin, ein gutes Zeichen für die Nierenfunktion des Babies. Die Nieren selbst sind zu diesem Zeitpunkt noch sehr klein und können manchmal nur mit einem speziellen Ultraschallgerät beurteilt werden. Sehr unsicher ist auch die Bestimmung des Geschlechtes des Kindes, obwohl sicher jeder sehr neugierig ist. Die Chance der Geschlechtsbestimmung ist beim dritten Ultraschallscreening sehr viel größer.

Neben den kindlichen Befunden werden noch die Menge des Fruchtwassers und die Lokalisation der Nachgeburt, auch Placenta genannt, beurteilt.

Beim zweiten Ultraschallscreening hat das Baby genau die richtige Größe, um ganz auf das Bild zu passen. Da sich das Baby schon sehr kräftig bewegt und der Ultraschall bewegte Bilder zeigt, läuft ein richtiger Film vor unseren Augen ab, der sehr viel Spaß machen kann. Manche Ultraschallgeräte verfügen auch über die Möglichkeit, diese bewegten Bilder auf ein Video zu übertragen, das Sie dann mit nach Hause nehmen können.

 

Hier sehen wir dem Embryo in das Gesicht, er liegt auf dem Rücken Hier kauert der Embryo, die Beinchen sind angezogen
Ultraschallbilder etwa in der 20. Woche

Das dritte Ultraschallscreening wird zwischen der 29. und 32. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Alle schon beim zweiten Screening erhobenen Befunde werden nochmals überprüft. Aus den gewonnen kindlichen Maßen wird das aktuelle Gewicht des Kindes ermittelt und mit den statistischen Durchschnittswerten verglichen. So kann frühzeitig eine Wachstumshemmung des Babies festgestellt werden.

 

Besonderes Augenmerk legt Ihr Arzt/ Ihre Ärztin auf die Untersuchung von Kopf und Gehirn. Dadurch wird eine sehrschwere Gesundheitsstörung, der Hydrocephalus (Wasserkopf), ausgeschlossen. Diese Erkrankung entwickelt sich meist erst im letzten Drittel der Schwangerschaft. Es ist sehr wichtig, allen Hinweisen auf eine solche Erkrankung nachzugehen, da eine frühzeitige Diagnose die guten Erfolgschancen der mit den Mitteln der modernen Medizinmöglichen Behandlung noch verbessert. Zum Glück tritt diese Erkrankung nur sehr selten auf. In diesem Zusammenhang ist auch die Menge des Fruchtwassers sehr wichtig.

 

Die Lokalisation der Nachgeburt wird nochmals überprüft. Findet man in der Nachgeburt weißliche Punkte, ist das  ein erster Hinweis auf die beginnende Kalkeinlagerung. Je stärker eine solche Kalkeinlagerung wird, umso eher sollte die Versorgung des Babies überwacht werden. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten, die Ultraschall-Doppler-Untersuchung und das Cardiotokogramm (CTG). Die Ultraschall-Doppler-Untersuchung wird wie eine normale Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Dabei kann man zusätzlich den Blutfluss in den Nabelschnurgefäßen und in den kindlichen Hirngefäßen messen. Diese Messwerte machen es möglich, den Versorgungszustand des Babies genau festzustellen. Die Registrierung der kindlichen Herzaktionen über einen Zeitraum von ca. 30 Minuten kann ebenso Auskunft über den kindlichen Zustand geben. Dazu werden Kontaktelektroden auf die Bauchdecke der Mutter aufgelegt, die die kindlichen Herztöne erfassen können. Diese CTG genannte Methode und die Ultraschall-Doppler-Untersuchung sind ungefährliche Methoden, die äußerlich durchgeführt werden.

Alle diese beschriebenen Ultraschalluntersuchungen sind Bestandteil der Mutterschaftsvorsorge und werden von Ihrer Krankenkasse in vollem Umfang übernommen. Auch bei anderen unerwarteten Komplikationen in der Schwangerschaft, z.B. bei vorzeitigen Wehen, Blutungen, Gestose (sogenannte Schwangerschaftsvergiftung), bestimmten Infektionen usw. können Ultraschalluntersuchungen erforderlich werden. Auch diese Untersuchungen gehen zu Lasten der gesetzlichen Krankenkasse.

Natürlich treten derartige Komplikationen nicht so häufig auf. Die meisten Schwangerschaften verlaufen völlig normal. Und alle werdenden Mütter freuen sich, wenn Sie ihr Baby auf dem Ultraschallbild beobachten können. Das ist ein unvergleichliches Erlebnis. Leider kommen die Krankenkassen nicht mehr, wie noch vor einigen Jahren, für alle Kosten auf (s.o.). Um Ihnen aber das Erlebnis, Ihr Kind während der Schwangerschaft so oft Sie wollen sehen zu können, bietet Ihr Frauenarzt/ Ihre Frauenärztin zusätzliche Ultraschalluntersuchungen an. Die dabei anfallenden Kosten gehören zu den Eigenleistungen, Ihre Frauenarztpraxis wird Sie sicher gern darüber informieren.