Stillen, aber richtig

Das Baby liegt mit seinem Bauch auf dem Bauch der Mami und sucht die Brustwarze. Der Such- und Saugreflex ist bei jedem Baby angeboren. Der Mund des Babies sollte in Höhe der Brustwarze sein. Nun umschließen Sie mit der freien Hand etwa 3 cm von der Brustwarze entfernt die Brust und stimulieren mit der Brustwarze den Mund Ihres Babys. Dabei wird ein Reflex beim Baby ausgelöst, so dass sich der Mund weit öffnet und die Zunge auf die untere Zahnleiste fällt. Nun ziehen Sie Ihr Baby an die Brustwarze, so dass die Warze und der Warzenhof im Mund Ihres Babies sind. Wenn Ihr Baby nur an der Warze saugt, wird die Haut schnell wund!

Nun wird etwa 10-15 Minuten die eine Brustseite gestillt. Danach kann die andere Seite angelegt werden. Zwischendurch sollte Ihr Baby ein Bäuerchen machen, natürlich auch nach dem letzten Trinken. Das ist sehr wichtig, da Ihr Baby sonst spucken könnte.

Wenn es müde oder „faul“ ist, dann streichelt man eine Wange in Richtung Lippen und das Baby wendet seinen Kopf zu der gestreichelten Seite hin. Will Ihr Baby nicht von der Brust loslassen, sollten Sie einen Finger in den Mundwinkel des Babies stecken und so das Vakuum welches beim Trinken entseht, lösen.

 

Trinkt mein Baby genug? Ja, wenn:

  • 6- 8 Windeln gut nass sind,
  • die Gewichtszunahme 100- 200 g pro Woche beträgt,
  • Ihr Baby alle 2- 3 Stunden in den ersten 14 Tagen trinkt, dann alle 3- 4 Stunden eine Mahlzeit verlangt,
  • die Haut rosig und glatt ist, Ihr Baby gesund aussieht,
  • es sich normal bewegt und auf Mami und Papi reagiert.

 

Habe ich genug Milch? Ja, wenn:

  • Ihr Baby ausreichend Mahlzeiten zu sich nimmt,
  • Sie durch häufiges Anlegen die Milchproduktion anregen,
  • Sie sich ausruhen und entspannen, Musik hören, ein Bad nehmen,
  • Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen.

 

Mein Baby ist oft müde, was kann ich tun?

  • wie beschrieben leicht die Wange streicheln,
  • alle 2 Stunden anlegen,
  • die Händchen reiben,
  • nicht länger als 10 Minuten pro Brust stillen!

 

Wann soll ich Zufüttern?

  • wenn Ihr Baby nicht mehr satt wird und Sie nicht genügend Muttermilch mehr haben,
  • in den ersten 4 Monaten könne Sie eine Pre-Nahrung zufüttern, reicht diese nicht aus, nehmen Sie eine Einser-Nahrung,
  • wenn Sie erkrankt sind und bestimmte Medikamente nehmen, die ein Stillen nicht erlauben.

 

Ihr Baby muss genau unterscheiden, trinke ich an der Brust oder aus der Flasche. In den ersten 4-6 Wochen kann es zu Saugverwirrungen kommen, wenn Sie Ihr Kind mal stillen und mal mit der Flasche füttern. Beim Stillen muss Ihr Baby ein Vakuum zwischen Zunge und weichem, hinteren Teil des Gaumens bilden.

Stillhindernisse wie Brustentzündung, Hypogalaktie, Flach- oder Hohlwarzen können Ihnen das Stillen erschweren.

Es gibt sogenannte Stillhütchen, mit denen Sie Ihre Brustwarze schonen können. Bei Flach- der Hohlwarzen haben Sie damit die Möglichkeit, Ihr Kind zu stillen. In seltenen Fällen kommt es vor, dass Ihr Baby gar nicht erst an die Brust gehen will. Dann können Sie es mit Stillhütchen versuchen.

Denken Sie auch an die Rachitisprophylaxe!