Sport, Beruf, allgemeine Tipps

Sie sollten während der Schwangerschaft weder rauchen noch Alkohol trinken, weil dadurch Ihr Kind einen Gesundheitsschaden erleidet. Alkohol führt beim Kind zur sogenannten Alkoholembryopathie, einer schweren Schädigung des Gehirns. Der Missbrauch von Nikotin führt zur deutlichen Verminderung des Geburtsgewichtes des Kindes und damit zur Unterentwicklung.

Ebenso ist von kraftzehrenden und verletzungsintensiven Sportarten  wie Abfahrtsski,  Reiten, Tennis, Squash und Motorsport abzuraten. Nichts einzuwenden ist dagegen gegen Wandern, Schwimmen, Radfahren und Gymnastik.

Sollten Sie berufstätig sein, empfiehlt es sich, Ihrem Arbeitgeber bald von Mitteilung von  Ihrer Schwangerschaft machen. Dann ist der Arbeitgeber verpflichtet, Ihre Arbeit an die bestehenden Richtlinien zum Mutterschutz anzupassen. So dürfen Sie dann beispielsweise keine Nachtarbeit mehr verrichten. Auch für die tägliche und wöchentliche Arbeitszeit gibt es genaue Festlegungen. Sie können das Mutterschutzgesetz in der Personalabteilung ihrer Firma einsehen oder beim Gewerbeaufsichtsamt erhalten.

Selbstverständlich dürfen Sie während der Schwangerschaft auch verreisen, jedoch sollten Sie auf Flugreisen verzichten. Start- und Landephase stellen eine körperliche Belastung dar, in Flughöhe besteht ein geringerer Sauerstoffgehalt, dafür ist die UV-Strahlung oft erhöht. Reisen mit Auto, Bus und Bahn sind dagegen wesentlich bequemer. Bei Reisen in exotische Länder müssen Sie Betracht ziehen, dass es dort noch Infektionskrankheiten gibt, die in unserer Gesellschaft nicht mehr vorkommen. Vergessen Sie bitte niemals den notwendigen Impfschutz, bedenken Sie aber auch, dass manche Impfungen in der Schwangerschaft nicht möglich sind.

 

Eine Schwangerschaft ist eine wundervolle Zeit für eine Frau, natürlich auch für Ihren Partner. Viele Menschen sorgen sich um ihr Wohlergehen, Ihre Familie, die Freunde, Ihr Arzt/ Ihre Ärztin, Ihre Hebamme. Vieles ist möglich, um Schwangerschaft und Geburt zu einem unvergesslichen Erlebnis werden zu lassen.

Trotzdem kann man nicht ausschließen, dass unvorhergesehene Entwicklungen Sorgen aufkommen lassen. In so einem Fall sollte Sie sich immer fachmännische Hilfe suchen. Die allermeisten Probleme lassen sich aus der Welt schaffen. Haben Sie auch keine falsche Scheu, einen Fachmann um Rat zu bitten! Lieber einmal zu viel als zu wenig. Niemand nimmt Ihnen Ihre Sorgen übel.

Es gibt einige Situationen, in denen Sie unbedingt einen Arzt konsultieren sollten. Da wären als erstes Blutungen, egal, zu welchem Zeitpunkt der Schwangerschaft sie auftreten und wie stark sie sind. Blutungen können verschiedene Ursachen haben, angefangen von Entzündungen der Scheide oder der Blase bis hin zu Infektionen in der Gebärmutter, vorzeitigen Wehen, vorzeitigem Öffnen des Muttermundes oder Ablösung der Nachgeburt. Die Behandlung richtet sich dann nach der entsprechenden Ursache.

Sollten Sie Schmerzen im Bauch verspüren, egal ob anhaltend oder in einem wellenartigen Rhythmus, könnte es sich um vorzeitige Wehen handeln. Diese sollten unbedingt behandelt werden, um eine Frühgeburt oder einen bleibenden Schaden für das Kind zu vermeiden. Eine CTG-Untersuchung sollte erfolgen, wenn Sie das Gefühl haben, dass sich das Baby deutlich weniger als sonst oder gar nicht mehr bewegt.

 

 

In der Schwangerschaft ist ein etwas vermehrter Scheidenausfluss normal. Sollte dieser Ausfluss jedoch eine grüne, gelbe oder dickweiße Farbe annehmen, jucken oder brennen oder übel riechen, könnte es sich um eine ernstzunehmende Infektion handeln, die unbedingt behandelt werden sollte.

Auch Kopfschmerzen oder Unwohlsein können gelegentlich auftreten. Sollten diese  Beschwerden jedoch in Stärke und Häufigkeit zunehmen, muss dringend eine beginnende Gestose – eine Schwangerschaftsvergiftung – ausgeschlossen werden. Diese schwere Komplikation beginnt meist mit Kopfschmerzen und Übelkeit, kann aber sehr rasch zu einem gefährlichen Anstieg des Blutdruckes führen. Anschließend kommt es zu ernstzunehmenden Störungen in den Organfunktionen von Leber, Niere, Kreislauf und Blutgerinnung. Die Gestose stellt eine der schwersten Schwangerschaftskomplikationen dar und muss unbedingt so schnell wie möglich ärztlich behandelt werden.

Allgemein gilt: sollten Sie das Gefühl haben, es sei etwas nicht so, wie es sein soll, lassen Sie sich helfen! Jede Frage ist nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht. Der Arzt/ die Ärztin und natürlich auch die Hebamme, die Sie betreuen sind froh, Ihnen helfen zu können.