Mutterschaftsrichtlinien

Laut Mutterschaftsrichtlinien sind noch 2 weitere Blutuntersuchungen erforderlich. Da wäre zunächst die 2. Kontrolle auf irreguläre Antikörper zwischen der 24. und 27. Schwangerschaftswoche. Diese Untersuchung ist besonders wichtig bei Frauen, die nicht über den Rhesusfaktor verfügen. Der Rhesusfaktor gehört zum Blutgruppensystem und ist bei ca. 15% der Menschen nicht vorhanden.

Wenn nun eine rhesusnegative Frau schwanger wird, kann man nicht feststellen, welche Blutgruppe und welchen Rhesusfaktor das Baby besitzt. Sollte das Baby rhesuspositiv  sein, kann es zu einer Unverträglichkeitsreaktion zwischen Mutter und Kind kommen. Das führt zu einem sogenannten Morbus haemolyticus neonatorum beim Kind, dem Zerfall des kindlichen Blutes. Je nach Schwere der Erkrankung kann sogar ein Blutaustausch beim Kind erforderlich werden. Die Antikörperkontrolle dient dem Nachweis einer solchen Unverträglichkeitsreaktion zwischen mütterlichem und kindlichem Blut. Sollten bei der Mutter Antikörper gegen den kindlichen Rhesusfaktor nachgewiesen werden, schließen sich weitere Untersuchungen an.

Zunächst werden eine Fruchtwasseruntersuchung und eine hochdifferenzierende Ultraschalluntersuchung erforderlich. Daran kann erkannt werden, ob das Baby bereits erkrankt ist. In diesem Fall erfolgt die weitere Behandlung in einer Spezialklinik. Falls das Baby noch nicht erkrankt ist, werden Fruchtwasseruntersuchung und  Ultraschall aller 2-4 Wochen wiederholt. Dadurch kann rechtzeitig eingegriffen werden.

Zum Glück tritt diese Komplikation nicht  sehr häufig auf. Sollten bei einer rhesusnegativen Mutter keine Antikörper nachgewiesen werden, erfolgt zwischen der 28.und 32. Schwangerschaftswoche eine Impfung gegen die Bildung der Antikörper mit einem Immunglobulin. Der Impfschutz hält dann bis zur Entbindung an. Nach der Geburt wird in der Geburtsklinik die Blutgruppe und der Rhesusfaktor des Kindes bestimmt. Sollte das Kind einen Rhesusfaktor besitzen, erfolgt noch einmal eine Impfung der Mutter. Sie bedeutet einen Schutz für die nächste Schwangerschaft, in der der Morbus haemolyticus neonatorum ohne vorherige Impfung weitaus schwerer ausfallen kann.

Die zweite wichtige Blutuntersuchung ist der Test auf Hbs-Antigen, die Suche nach Hepatitis B. Dies ist eine Infektionskrankheit, die zu einer Leberentzündung führt und während der Geburt auf das Kind übertragen werden kann. Bei positivem Titer sind besondere Maßnahmen der Geburtshygiene erforderlich sowie eine sofortige Behandlung desNeugeborenen.