Fluoridierung

Fluoridierungsmaßnahmen sind wichtiger Bestandteil einer wirksamen Kariesvermeidung. Aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse haben sich die Fluoridempfehlungen in den letzten Jahren etwas geändert.

Die Wirkung der Fluoride besteht in der Förderung einer Remineralisation des Zahnschmelzes, einer Aufnahme in den demineralisierten Schmelz und in einer Störung des bakteriellen Stoffwechsels. Außerdem bildet sich eine Kalzium-Fluorid-Schicht, die über einen längeren Zeitraum als Depot wirkt. Diese Mechanismen finden bei lokaler Anwendung statt, d.h. Fluoride wirken in erster Linie an der Oberfläche des Zahnes.

Noch nicht durchgebrochene Zähne können durch systemische Fluoridanwendung erreicht werden. Die Fluorideinlagerung ist allerdings begrenzt und die kariespräventive Wirkung gering und nicht von anhaltender Dauer. Der lokalen Fluoridzufuhr wird heute der Vorzug gegeben. Diese erfolgt in erster Linie durch die Verwendung fluoridhaltiger Zahnpasten. Im Kleinkindalter wird das Putzen von einem Elternteil durchgeführt. Es ist darauf zu achten, daß eine Kinderzahnpaste mit niedriger Fluoridkonzentration verwendet wird, eine erbsgroße Menge ist jeweils ausreichend.

Der Nutzen der Tablettenfluoridierung von Geburt an wird nach neueren Erkenntnissen in Frage gestellt, so daß nach den neuen Fluoridempfehlungen in den ersten 6 Monaten keine Fluoridierungsmaßnahmen erforderlich sind. Die Einnahme von Fluoretten nach dem Zahndurchbruch kann sinnvoll sein, wenn lokale Maßnahmen nicht möglich sind. Um eine lokale Wirkung zu entfalten, sollten sie durch langsames Lutschen eine Zeitlang im Munde verweilen. In jedem Fall ist aber abzuklären, inwieweit Fluoride bereits auf anderem Wege, z.B. durch fluoridiertes Speisesalz, Babynahrung, Mineralwasser oder anderes, dem Körper zugeführt werden.

Fluoridiertes Speisesalz ist heute schon weit verbreitet. Die damit zubereitete Nahrung kommt zwangsläufig mit den Zähnen in Kontakt und entfaltet somit ihre lokale Wirkung.

 

Fluorose

Durch ein Zuviel an systemisch zugeführten Fluoriden (also eine regelrechte Überdosierung) kann es zu weißen Flecken unterschiedlichen Ausprägungsgrades im Zahnschmelz kommen. Nach den Ergebnissen wissenschaftlicher Studien birgt insbesondere die Fluorideinnahme mittels Tabletten oder Tropfen in den ersten Lebensjahren dieses Risko. Die experimentelle Verwendung höher konzentrierter Zahnpasten hingegen führte nur äußerst selten zu Schmelzflecken. Diese kreidigen Schmelzverfärbungen bieten funktionell keine Probleme, können aber bei stärkerer Ausbildung zu ästhetischen Beeinträchtigungen führen. Fluoridierungsmaßnahmen sollten also immer mit dem Zahnarzt abgestimmt werden.