Ernährung und Nahrungsergänzung

Bitte achten Sie auf Ihre Ernährung und Ihr Gewicht! Die allgemeine  Empfehlung lautet, pro Monat nicht wesentlich mehr als ein Kilogramm zuzunehmen.

Das können Sie durch gesunde Ernährung und Bewegung erreichen. Essen Sie viel Obst und Gemüse, ebenso eiweißreiche Kost. Wenn möglich, essen Sie ein- bis zweimal pro Woche Seefisch. Natürlich brauchen Sie auf Schokolade und andere Süßigkeiten nicht zu verzichten, aber Sie sollten diese in Maßen verzehren.

Oft taucht die Frage nach Vitaminpräparaten und anderen Nahrungsergänzungsmitteln auf. Es gibt zwei Stoffe, die wirklich wichtig sind, Folsäure und Jod. Bei Folsäure handelt es sich um ein B-Vitamin, das besonders wichtig ist für alle schnell wachsenden Gewebe, besonders Nervengewebe. In der Schwangerschaft ist Folsäure notwendig für die Entwicklung von Gehirn und Rückenmark. Ein Folsäuremangel kann dafür verantwortlich sein, dass sich die Wirbelsäule des Babies nicht richtig schließt. Das führt zu einem sogenannten „offenen Rücken“. Dieser angeborene Defekt bewirkt je nach Lokalisation und Ausprägungsgrad mehr oder weniger schwere Lähmungen und/ oder Funktionsbehinderungen. Nur manchmal kann der Defekt nach der Geburt zufriedenstellend operativ behandelt werden. Die empfohlene Dosierung liegt bei 4mg täglich. Ideal wäre es, schon vor Eintritt der Schwangerschaft mit der Einnahme zu beginnen. Wenn das nicht möglich ist, sollte man sofort mit Kenntnis der Schwangerschaft beginnen. Die zweite wichtige Substanz ist Jod, ein Mineralstoff. Jod ist sehr wichtig für die Entwicklung der Schilddrüse des Babies. Ein Jodmangel in der Schwangerschaft kann zur Ausbildung eines Kropfes beim Kind führen. Leider nehmen wir mit der Nahrung nur selten genügend Jod auf, auch wenn wir jodiertes Salz verwenden. Der Jodbedarf in der Schwangerschaft ist doppelt so hoch. Die empfohlene Dosierung liegt bei 200µg Jod tgl. Leider werden beide Substanzen, Jod und Folsäure als Nahrungsergänzungsmittel eingestuft und sind daher nicht mehr durch die gesetzlichen Krankenkassen erstattungsfähig. In der Apotheke ist eine Vielzahl von entsprechenden Präparaten erhältlich, entweder als Einzelsubstanz oder in Kombination, oft auch gemeinsam mit Vitaminen. Ihr Arzt/ Ihre Ärztin wird Ihnen sicher gern ein geeignetes Präparat empfehlen.

 

Bitte denken Sie bei allen, was Sie essen, daran: Ihr Baby isst mit!

Jedoch braucht es gar nicht so viele Kalorien, nur eine Extraportion Eiweiß, Mineralstoffe und Vitamine. Besonders wichtig sind Calcium und Eisen. Wenn Sie nicht genug davon mit der Nahrung aufnehmen, nimmt das  Baby diese Mineralien aus Ihren Reserven. Sie können natürlich ein Kombinationspräparat aus der Apotheke verwenden, das neben den wichtigsten Stoffen Jod und Folsäure auch noch viele andere Vitamine und Mineralien enthält. Aber schließlich müssen Sie ja auch noch irgendetwas essen, also warum nicht die entsprechenden Nahrungsmittel, die den Bedarf abdecken und noch dazu lecker schmecken?!

Besonders groß ist der Nährstoffbedarf ab der 25. Schwangerschaftswoche. Calcium ist in Milch und allen Milchprodukten wie Joghurt und Käse enthalten. Genügend Eisen  gewinnt man aus etwas Fleisch, Leberwurst und Nüssen. Manchmal geraten die guten Vorsätze, immer gesund  zu essen, etwas durcheinander.

Zu Beginn der Schwangerschaft leiden mehr als die Hälfte der Schwangeren an einer sogenannten Schwangerschaftsübelkeit. Diese wird hervorgerufen durch das Schwangerschaftshormon HCG, welches zwischen der 8.und 12.Woche am höchsten ist. Mit einigen kleinen Tricks können Sie diese vorübergehende Unannehmlichkeit gut in den Griff bekommen. Sie können es ruhig glauben, Essen hilft besonders gut. Bevor Sie morgens aus dem Bett springen, essen Sie etwas Zwieback, Knäckebrot oder Kekse. Trinken Sie dazu etwas warmen Kräutertee, z.B. Kamille, Pfefferminz oder Ingwer. Diese Tees sind zu jeder Tageszeit geeignet. Essen Sie generell nur kleine, gut verdauliche Mahlzeiten, dafür aber häufiger am Tag. Hunger verstärkt die Beschwerden. Abends können Käse oder Joghurt helfen. Testen Sie, welche Nahrungsmittel und Gerüche die Übelkeit auslösen und meiden Sie diese.

Das  Gegenteil der Übelkeit ist der Heißhunger. Nichts spricht dagegen, den Gelüsten freien Lauf zu lassen, es sei denn, diese zielen nur auf Schokolade und Sahnetorte.

Dann sollte Sie an folgendes denken:
Jedes Pfund mehr, das Sie während der Schwangerschaft zulegen, werden Sie nach der Geburt bereuen!

Sicher finden Sie auch gesunde Alternativen, die Sie genießen können.

Viele allgemeine  Schwangerschaftsbeschwerden sind ernährungsbedingt oder können durch vernünftige Ernährung gebessert werden. Viele Frauen klagen über Verstopfung. Hier spielt das Gelbkörperhormon Progesteron eine Rolle, welches die Muskulatur entspannt, auch die Darmmuskulatur. Sie können Ihren Darm helfen, indem Sie reichlich trinken (etwa 2-3 Liter tgl.) und ballaststoffreiche Stoffe wie Vollkornprodukte und Obst und Gemüse essen. Sollte der Erfolg ausbleiben, können Sie mit etwas Milchzucker nachhelfen. Bitte nehmen Sie in diesem Fall Rücksprache mit Ihrem Arzt. Natürlicherweise finden wir Milchzucker in Milch, Buttermilch und Molke. Sollten zusätzlich auch Blähungen auftreten, könnte das an einem Überangebot an Vollkorn oder Rohkost liegen. Hier können Milchsäurebakterien im Joghurt, Kümmel, Senf und Ingwer helfen.

Auch gesunde, ausgewogene Ernährung kann manchmal das Auftreten von Sodbrennen und Übelkeit auch in der fortgeschrittenen Schwangerschaft nicht verhindern. Besonders heftig sind diese Beschwerden oft nach Fertiggerichten, Süßem oder Kurzgebratenem. Milch wirkt beruhigend auf den Magen, zu empfehlen sind auch Senf und Ingwertee.