Dreimonatskoliken

Wir sprechen von Dreimonatskoliken, wenn Ihr Baby nicht ernsthaft erkrankt ist, es wächst und gedeiht und an Gewicht zunimmt. Typisch sind Schreiattacken von mehreren Stunden an mehreren Tagen in der Woche. Dreimonatskoliken sind keine Erkrankung sondern ein Zustand.

Sie als Eltern reagieren oft ratlos, fahren in die Klinik oder zum Hausarzt. Nach eingehender Untersuchung kann der Arzt häufig eine Erkrankung ausschließen. Sie müssen es einfach akzeptieren. Das wiederum ist leicht gesagt, es ist sehr schwer, sein Baby so schreien zu hören und hilflos zu sein. Sie zermürben sich dabei, die Abende und Nächte werden zur Qual.

Häufig lassen die Schreiphasen im Verlauf des dritten Monats nach oder sie verschwinden ganz und gar.

Oft hat Ihr Baby nach dem Stillen oder der Flasche einen geblähten Bauch. Es hat zuviel Luft verschluckt, die nun heftig Bauchschmerzen verursachen. Ihr Baby zieht die Beinchen immer wieder an den Bauch und ballt die Hände zu Fäusten. Es gehen dabei Blähungen ab.

Seit ca. 40 Jahren werden die Ursachen für Dreimonatskoliken erforscht, es gibt aber noch keine eindeutigen Ergebnisse, wahrscheinlich sind:

  • zuviel Luft beim Trinken oder Schreien verschluckt
  • Unreife des Darms
  • Kuhmilchunverträglichkeit, aber eher selten
  • ebenso spielt das Temperament Ihres Babies eine Rolle

Behandlungsmethoden:

  • Bauchmassage mit bestimmten Ölen
  • Lotussitz, d.h. die Beinchen anbeugen, Füße verschränken und kreisende Bewegungen in Richtung Bauch machen
  • auf den Arm nehmen, Fliegergriff
  • Fencheltee anbieten
  • Tropfen gegen Darmgase geben
  • bei Nahrungsunverträglichkeit Wechsel der Nahrung
  • Kirschkernsäckchen

 

Einige Tipps für Sie:

  • spezielle Sauger für die Babyflaschen, die für jede Nahrung eine entsprechende Lochgröße haben,
  • Ihr Baby sollten ein möglichst kleines Loch auf die Flasche bekommen, damit es nicht so viel Luft beim Trinken verschluckt,
  • außerdem sollte die Flasche nicht so sehr geschüttelt werden, damit sich nicht so viel Luftblasen in der Milch bilden,
  • während des Fütterns eine Pause machen und das Kind aufstoßen lassen,
  • ebenso muss Ihr Baby nach dem Trinken ein „Bäuerchen“ machen, damit die Luft aus dem Bauch heraus kann,
  • bei manchen Babies können mehrere kleine Mahlzeiten hilfreich sein.

Am besten ist es, wenn Sie als Mami dem Papi abends für eine Weile Ihr Baby überlassen und sich aus dem “ Schreibereich“ Ihres Babies entfernen. Sie brauchen Ihre Nerven für den nächsten Tag! Sie müssen sich einfach eine Weile Ruhe gönnen. Ihr Baby wird es Ihnen danken, es nützt ihm nichts, wenn Sie zusammenbrechen. Haben Sie bitte kein schlechtes Gewissen, es geht vielen Eltern so.

Ein Buchtipp für die Babymassage, die beruhigend auf Ihr Baby wirken kann:
Babymassage, von Barbara Ahr ISBN: 3-8112-2279-1