Apps für Kinder?

Kann man Kleinkindern etwas Gutes tun, indem man die Beschäftigung mit Apps ermöglicht?

Wir meinen: Ja. Unter bestimmten Voraussetzungen sind Apps eine weitere Alternative, Kleinkinder beim Lernen zu unterstützen.  Die App und das Gerät verbinden Grafik, Animation und Reaktion auf Berührungen. Sie werden dabei zu einem Lernspielzeug mit Qualitäten, die andere Medien nicht bieten können.  (Was hier so hölzern beschrieben wird, kann man dann selbst viel besser miterleben).

Aber wir halten diese Grundregeln für wichtig:

  • Nur bestimmte Apps

    Natürlich muss die App insgesamt auf die Zielgruppe Kleinkind abgestimmt sein. Dies bedeutet eine intelligente Auswahl geeigneter Apps.  Gut geeignet erscheinen Apps, die die jeweilige physische Lebenswelt des Kleinkindes thematisieren, soweit sie von ihm erfasst werden kann.
    Darüber hinaus darf die App nur auf ihren eigenen Rahmen begrenzt benutzbar sein. Es darf nicht sein, dass ein Touch oder Klick die App schließt, eine andere App gestartet wird, oder gar Aktionen wie In-App-Käufe angestoßen werden.
    Aber nicht nur die App muss hier also „mitspielen“, auch das Gerät, auf dem sich das Ganze abspielt. Und mit dieser Regel fallen schon einmal übliche PCs und viele SmartPhones aus dem Raster.
    Apple iPhone und iPad ermöglichen es den Eltern, das Gerät so einzustellen, dass nur die von ihnen gestartete App läuft und nichts anderes. Auch ein Tippen auf den Homebutton führt dann nicht dazu, dass diese App geschlossen wird. So bleibt die Beschäftigung des Kleinkindes mit der App also auf die Funktionen und Inhalte dieser App beschränkt.

  • Nur begrenzte Zeit unter Aufsicht

    Mit Apps sollten sich Kleinkinder nur für jeweils kurze Zeit, vielleicht eine Stunde, befassen, und dabei auch beobachtet werden. Sonst kann es sein, dass der gewünschte fördernde Effekt nicht eintritt. Durch die Begleitung kann man sicher stellen, dass das „Lernspielzeug App“ auch angemessen ist für den jeweiligen Entwicklungsstand des Kleinkindes. Und man kann ggfs. das Thema App für eine Weile wieder in die Schublade packen, bis es passt.
    Andererseits reguliert diese Aufsicht aber auch, dass das „wahre Leben“ nicht zu kurz kommt, genauer gesagt, den Hauptanteil einnimmt. Zuviel Virtualität kann auch verwirren. Es muss gelernt werden, zu unterscheiden zwischen dem, was auf einem Screen passiert und dem, was in Wirklichkeit geschieht.

  • Nur als Ergänzung, nie als Ersatz

    Während geeignete Apps kognitive und einige feinmotorische Fähigkeiten erfordern und fördern, so sind doch die grundlegenden motorischen und weitere Fähigkeiten besonders zu fördern. Deshalb dürfen Apps kein Ersatz sein für das Spielen mit anderem physischen Spielzeug wie Bauklötze etc.. Nur damit werden Räumliches Sehen und viele andere Fähigkeiten Trainiert.