Von Anfang an angstfrei zum Zahnarzt

Die meisten Menschen leiden an Zahnarztangst, häufig ausgelöst durch negative Erfahrungen in der Kindheit. Um den Kleinen zu zeigen, dass ein Zahnarztbesuch nichts Schlimmes bedeutet, ist es als Elternteil wichtig, von Beginn an die richtige Vorgehensweise zu wählen und das Kind psychologisch sinnvoll auf den ersten Besuch vorzubereiten.

 

Vor dem ersten Zahnarzttermin

Folgende Punkte helfen, die Angst des Kindes bereits vor dem ersten Termin beim Zahnarzt
einzudämmen:

• Ein älteres Geschwisterkind oder Elternteil zum Zahnarzttermin begleitend lernt der Sprössling vorab die Praxis und den Zahnarzt auf neutraler Ebene kennen.

• Die Fragen des Kindes sind ehrlich zu beantworten, falsche Versprechungen sind zu vermeiden; dennoch sollte stets auf einen positiven Grundton geachtet werden.

• Eltern dürfen etwaige eigene Ängste nicht auf das Kind übertragen, müssen gleichzeitig allerdings jene ihres Sprösslings ernst nehmen und verständnisvoll reagieren. Dem Kind zu vermitteln, dass der gefürchtete Arzt hilft, die Zähne gesund zu halten, ist eine
wesentliche Aufgabe.

• Mit einem Zahnarztbesuch zu drohen, wenn das Kind die Zähne nicht putzen will, ist zu unterlassen – ansonsten verknüpft der Sprössling den Gang zum Zahnarzt sofort mit Bestrafung. Stattdessen sollten sich Eltern ihre Vorbildfunktion zunutze machen, hinsichtlich der Selbstverständlichkeit des täglichen Zähneputzens und des regelmäßigen Zahnarztbesuchs.

Der Termin des Kindes beim Zahnarzt

Im Alter von etwa zwei Jahren sind alle Milchzähne im Mund des Kindes gewachsen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollte der Behandlungsstuhl erstmals erklommen werden. Danach empfehlen sich halbjährliche Kontrolltermine.

• Eltern sollten das Kind zumindest bei den ersten Terminen ins Behandlungszimmer begleiten.

Der erste Zahnarzttermin sollte stattfinden, wenn das Gebiss noch vollständig gesund ist, sodass eine gründliche Untersuchung oder gar Behandlung zunächst ausbleiben kann und die Verknüpfung „Zahnarzt = Schmerzen“ gar nicht erst entsteht.

Kinder lernen und bewerten bevorzugt über das Spiel. Wird die Behandlung beim Zahnarzt also beispielsweise als „Zähne zählen“ definiert und für die einzelnen Instrumente eine positive Konnotation erfunden – etwa der Bohrer als Bagger, der Luftbläser als Windmaschine und die Zahnarztleuchte als Sonne benannt – kann dies zu einer deutlichen Angstminderung beim Kind beitragen.

Bedeutungsvoll zeigt sich die Wahl des Zahnarztes: Dieser ist im besten Fall kinderlieb und in der Lage, das Vertrauen des Kindes zu gewinnen – etwa indem er diesem spielerisch die Instrumente erklärt. Doch da es in Deutschland viele Kinderzahnärzte gibt, die sich auf die Behandlung von kleinen Patienten spezialisiert haben, sollte die Suche nach einem passenden Zahnarzt kein Problem darstellen.
Ist eine Operation vorzunehmen, gibt es die Möglichkeit der schmerzlosen Betäubung: Dabei wird mit einem wohlschmeckenden Oberflächen-Gel und einer ultrafeinen Injektionsnadel gearbeitet, sodass der Sprössling bei der Betäubung keine Schmerzen hat.

Nach dem (ersten) Zahnarzttermin des Kindes

Das Kind nach dem Termin für seine Tapferkeit mit kleinen Gaben zu belohnen, ist sinnvoll. Auf übermäßig große Geschenke sollte allerdings verzichtet werden – dies könnte den Lernprozess, dass es sich bei regelmäßigen Zahnarztbesuchen genauso um etwas Normales handelt wie beim täglichen Zähneputzen, hemmen.

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